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Miji Ih

Mouths: On Water and Whisky

Billboard in Korean language and English phrase 'American Town'
Welcome to American Town, Gunsan, November 2024 © Miji Ih

Im Jahr 2020 wurde im Berliner Stadtteil Moabit die Friedensstatue Ari aufgestellt. Sie sollte an die sogenannten „Trostfrauen“ im Asien-Pazifik-Raum erinnern, die das japanische Militär während des Zweiten Weltkriegs in die sexuelle Sklaverei zwang, und sie sollte vor allem auch an den Mut der Überlebenden erinnern, die ihr Scham überwanden und das Schweigen brachen. Die Aufstellung der Figur führte zu Protesten der japanischen Regierung und zu einer breiten öffentlichen Debatte über das Gedenken an die „Trostfrauen“.

Die Friedensstatue war für Miji Ih der Ausgangspunkt für Ihre Auseinandersetzung mit den sogenannten „Trostfrauen“ und mündete in Mouths: On Water and Whisky, das die Geschichte dieser Frauen mit den Lebensrealitäten von Frauen an US-Militärstützpunkten in Japan, Südkorea und Deutschland verknüpft.

Image of documents
Image of a polaroid with neon sign and USA flag

Die Ausstellung repräsentiert Miji Ihs bisher umfassendsten Einzelausstellung. Dabei richtet Miji Ih ihren Blick auf Szenen, die auf den ersten Blick vieles offenlassen. Erst nach und nach verdichten sie sich zu einer Erzählung. In ihrer fortlaufenden Trilogie Mouth verwebt die bildende Künstlerin Fotografie, Archivmaterial, Sound und Video zu einer Detailstudie über die tiefen Spuren und Leerstellen, die staatliche und militärische Ausbeutungssysteme sowie gesellschaftliche Stigmatisierung im Leben von Frauen auf der Flucht oder der Suche nach einem neuen Leben hinterlassen haben.

Anstatt historische Traumata eins zu eins abzubilden, spürt Miji Ih den Strukturen der Ausbeutung nach, die das Leben von Arbeitsmigrantinnen über Generationen hinweg prägen. Ihr Augenmerk gilt dabei dem alltäglichen Überlebenskampf abseits der Schlagzeilen. Einer der Startpunkte der Ausstellung ist das Schicksal von Bae Bong-gi, einer koreanischen Trostfrau, die nach dem Zweiten Weltkrieg jahrzehntelang ungehört auf Okinawa weiterlebte. Sie gilt als die erste ehemalige „Trostfrau“, die öffentlich über ihre Erfahrungen während der japanischen Besatzungszeit sprach. Die Ausstellung Mouths: On Water and Whisky führt schließlich in die heutigen Landschaften rund um ehemalige US-Militärbasen und Vergnügungsviertel.

„Ich wollte einen Raum schaffen, in dem an gesellschaftliche Stigmatisierung und Ausgrenzung erinnert wird, an die Stille, die sich um sie herum gebildet hat, und an den anhaltenden Lebenswillen von Frauen trotz aller Widerstände.“
– Miji Ih

Ih beschränkt sich dabei nicht auf fotografische Dokumentation. Sie verwebt ihre Bilder mit Archivmaterial, Texten sowie audiovisuellen Arbeiten. So entsteht neben den historischen Spuren eine zweite, sinnliche Ebene, die wiederkehrende Erfahrungen von Frauen über verschiedene Zeiten und Orte hinweg spürbar macht.

ÜBER DIE KÜNSTLERIN

Die in Südkorea geborene und in Berlin lebende bildende Künstlerin Miji Ih hinterfragt in ihren Arbeiten die Funktionsweisen kollektiver Erinnerungskultur und lenkt den Blick auf die leisen, alltäglichen Momente von Frauenleben an den Schnittstellen von Migration, geschlechtsspezifischer Arbeit und patriarchaler Gewalt. Einen Wendepunkt in ihrem Schaffen markierte im Jahr 2020 die Auseinandersetzung mit den Debatten um die Berliner Friedensstatue Ari, die ihren Blick auf das Zusammenspiel von rassistischer und sexueller Diskriminierung, Prekarität und der strukturellen Marginalisierung weiblicher Geschichtsschreibung lenkte. Miji Ihs Arbeiten wurden unter anderem im Rahmen von Einzelausstellungen in der Galerie im Tempelhof Museum in Berlin präsentiert.

AUSSTELLUNGSIMPRESSUM

Die Ausstellung wurde von Marie-Luise Mayer, Exhibitions Manager bei Fotografiska Berlin, in Zusammenarbeit mit der Künstlerin kuratiert, und in Partnerschaft mit IFA Berlin und Volkswagen R, mit freundlicher Kooperation mit unserem Fotografie Druck Partner WhiteWall produziert.

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FOTOGRAFIE DRUCK PARTNER

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ÜBER EMERGING BERLIN

Emerging Berlin ist ein Open Call auf der Fotografiska Emerging-Plattform. Er fördert und präsentiert aufstrebende Bildschaffende mit einer einzigartigen visuellen Sprache, deren fotografisches Schaffen Berlin prägt, abbildet und mitgestaltet. Die ausgewählten Künstler*innen erhalten eine Einzelausstellung in der Graffiti-Halle von Fotografiska Berlin.

EMERGING BERLIN

Lokaler Open Call, der Bildschaffende mit einer unverwechselbaren visuellen Sprache fördert und zeigt, deren fotografische Praxis Berlin verkörpert, repräsentiert und prägt. Bild: © Anne Lass - "Grüner Raum", 2011. From the series "Triple Seven", 2010-2023

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