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Nikita Teryoshin

Life Sentence

Blitzfotografie eines Tigers, fotografiert von oben in ein Gehege
From the series Life Sentence, 2022 – ongoing © Nikita Teryoshin

Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist seit Jahrhunderten von Projektion und Nutzbarmachung geprägt. In der Ausstellung Life Sentence richtet der Berliner Fotograf Nikita Teryoshin seinen Blick auf Zoos — Orte, deren Entstehungsgeschichte eng mit der kolonialen Vergangenheit Europas verknüpft ist.

"Ich hatte irgendwo gelesen, dass es während der pandemiebedingten Zooschließungen sichtbar wurde, wie stark einige Tiere auf das Ausbleiben menschlicher Präsenz reagierten. Gerade bei Menschenaffen zeigte sich, dass sie nicht nur an Besucher*innen gewöhnt sind, sondern in gewisser Weise auf diese Reize inzwischen angewiesen waren. Es macht deutlich, dass solche Verhaltensweisen keineswegs natürlich sind, sondern das Resultat eines Ortes, an den wir die Tiere gebracht und an dessen Bedingungen wir sie angepasst haben."
– Nikita Teryoshin

Einst wurden Tiere aus fernen Regionen verschleppt; Zoos waren Schaufenster in fremde Welten, aber auch Symbole von Besitz und Überlegenheit. Heute werden sie oft mit dem Argument des Artenschutzes verteidigt. Doch was bedeutet Schutz überhaupt, wenn die Freiheit der Tiere massiv beschnitten und stattdessen eine eigenartige Nähe zum Menschen simuliert wird? Teryoshin begann während der Pandemie, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und begann ab 2022 an der Serie zu arbeiten.

Der Zoo ist in Teryoshins Bildern ein künstliches Gefüge, in dem Natur lediglich simuliert wird. Die Tiere erscheinen oft isoliert, entfremdet von jeder natürlichen Umgebung, gefangen in geometrischen, metallischen und betonierten Strukturen. Ihre Körper werden von den künstlichen Räumen dominiert, ihre Blicke wirken auf etwas gerichtet, das außerhalb dieser Räume liegt und für sie unerreichbar bleibt. So wird die Architektur der Zoos selbst zur visuellen Metapher für Gefangenschaft und Inszenierung.

„Egal, was die Tiere tun: Sie werden ihr ganzes Leben in diesem Zoo verbringen. Im besten Fall werden sie irgendwann in einen anderen Zoo verlegt. Aber im Normalfall ist es der Ort, an dem sie geboren werden und an dem sie sterben. Diese Lebenslänglichkeit war für mich ein zentraler Gedanke.“
– Nikita Teryoshin

Immer wieder geraten auch die Besucher*innen ins Bild. Sie machen die asymmetrische Beziehung zwischen Betrachtenden und Betrachteten sichtbar. Aus dieser Spannung speist sich die verstörende Wirkung der Serie. Manche Bilder wirken still, fast leblos. Andere irritieren durch eine Absurdität, die aber nie witzig ist. Vielmehr zwingt sie die Zuschauer*innen dazu, die eigene Rolle des Menschen zu reflektieren.

ÜBER DEN KÜNSTLER

Der 1986 in St. Petersburg geborene und seit vielen Jahren in Berlin lebende Fotograf Nikita Teryoshin schafft Bilder, die oft surreal oder bizarr erscheinen. Mit seiner unverkennbaren Bildsprache lenkt er den Blick auf Themen und Geschehnisse, die dem Alltäglichen entstammen, aber meist im Verborgenen stattfinden. Früh geprägt durch sein familiäres Umfeld, kreisen seine Arbeiten um Inszenierung, Strukturen von Macht und Kontrolle. Das Verhältnis von Mensch und Tier spielt dabei eine zentrale Rolle. Serien wie Horless Heritage und Animal Escape Plan untersuchen industrielle und institutionelle Systeme der Tierhaltung.

Internationale Aufmerksamkeit erlangte Teryoshin mit dem Langzeitprojekt Nothing Personal über den globalen Waffenhandel, fotografiert auf 19 exklusiven Rüstungsmessen in 17 Ländern auf 5 Kontinenten. Dafür erhielt er unter anderem den World Press Photo Award 2020, 2024 erschien die Monografie Nothing Personal - The Back Office of War. Teryoshins Arbeiten wurden weltweit ausgestellt und in Medien wie dem SZ Magazin, der Zeit, dem Spiegel, dem New Yorker und Le Monde publiziert.

CREDITS

Die Ausstellung wurde von Marie-Luise Mayer, Exhibitions Manager bei Fotografiska Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Künstler kuratiert, in Partnerschaft mit IFA Berlin und in freundlicher Kooperation mit unserem Fotografie-Druckpartner WhiteWall produziert.

Logo von IFA Berlin und White Wall