Heute geöffnet 10:00–23:00

Diana Markosian

Father

Bild von einem Familienfoto mit Mutter und Tocher, der Vater ist ausgeschnitten
Diana Markosian, von der Serie Father, 2014-2025 © Diana Markosian

Abwesenheit, Erinnerung und Versöhnung: Father ist eine zutiefst persönliche und autobiografische Ausstellung der Künstlerin Diana Markosian, die zeigt, wie Entscheidungen uns zu dem machen, was wir sind.

In Moskau geboren, verließ Diana Markosian im Alter von sieben Jahren mit ihrer Mutter und ihrem älteren Bruder Russland und zog nach Kalifornien. Der Umzug um die halbe Welt machte eine bereits bestehende familiäre Entfremdung endgültig: Markosians Eltern hatten sich vor ihrer Geburt getrennt, und als sie nach Amerika gingen, war ihr Vater in vielerlei Hinsicht nicht mehr Teil ihres Lebens.

wall of an apartment decorated with family photos
Diana Markosian, von der Serie Father, 2014-2025 © Diana Markosian

In Kalifornien angekommen, wollte ihre Mutter jede Erinnerung an ihn auslöschen, sie schnitt sogar sein Bild aus alten Familienfotos.

Für ihn wurden Diana und ihr Bruder hingegen zu vermissten Kindern, nach denen er jahrelang suchte. In Diana hinterließ diese Abwesenheit ein tiefes Gefühl von Ungewissheit und Sehnsucht, das sie dazu brachte, ihn – im Wortsinne, aber auch emotional – in anderen Männern zu suchen.

Fünfzehn Jahre, nachdem sie ihn zuletzt gesehen hatte, machte sich Diana Markosian auf den Weg, ihren Vater in Armenien zu finden. Sie hatte weder ein Foto zur Erinnerung noch einen Kontakt, an den sie sich wenden konnte.

Silhouette of the back of a man captured in a dark, almost black room with only light coming from a curtain
Diana Markosian, von der Serie Father, 2014-2025 © Diana Markosian

Die Ausstellung dokumentiert ihre Bemühungen, über ein Jahrzehnt hinweg eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Dabei offenbart jeder Besuch neue Facetten des verlorenen Elternteils und zeigt, wie diese Leerstelle – damals sowie im Laufe der Jahre – ihre Identität formte.

Die besondere Kraft von Diana Markosians Kunst besteht darin, dass sie keine Schuldigen benennt, sondern Mitgefühl für alle Beteiligten weckt. Father lädt dazu ein, über diese therapeutische Kraft der Kunst nachzudenken und darüber, wie künstlerisches Schaffen ein Mittel sein kann, um zu verarbeiten, zu begreifen und am Ende zu akzeptieren. Mit ihrer Arbeit erinnert sie daran, dass familiäre Beziehungen niemals makellos sind und dass Kunst ein Ort der gemeinsamen Heilung sein kann.

Credits

Die Ausstellung wurde von Marie-Luise Mayer, Exhibitions Manager bei Fotografiska Berlin, gemeinsam mit der Künstlerin co-kuratiert und in Kooperation mit Les Rencontres d’Arles und Foam in Amsterdam produziert.

Logo of Arles Les Rencontres de la Photographie

Bis 03.05.2026

James Nachtwey

Memoria

Was bedeutet es, die schlimmsten Taten zu sehen, die Menschen einander antun können – und trotzdem noch an Mitgefühl zu glauben? Die Ausstellung zeigt die Arbeit von James Nachtwey, einem der prägendsten Fotojournalisten unserer Zeit. Mehr als vier Jahrzehnte lang dokumentierte er Konflikte, Ungerechtigkeiten und die brüchigen Bemühungen um einen Rest Menschlichkeit inmitten dieser Krisen.

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S/W Foto von einer Frau in einem weißen Gewand die vom Betrachter weg, inmitten von Ruinen, läuft
Kabul, Afghanistan 1996 © James Nachtwey Archive, Hood Museum of Art Dartmouth

Neu

Bis 12.06.2026

Anna Ehrenstein

The Language of the Soil

Wer hält KI am Laufen – und welche Auswirkungen hat diese Arbeit auf die Menschen, die sie leisten? In einer Zusammenarbeit zwischen der Multimedia-Künstlerin Anna Ehrenstein und der Forscherin Ariana Dongus wird der Mythos der künstlichen Intelligenz als etwas „wirklich Künstliches“ hinterfragt.

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Collage of a woman sitting on a sand floor typing on a computer keyboard
LOTS, Asha © Anna Ehrenstein

Aufstrebender Künstler

Bis 23.03.2026

Nikita Teryoshin

Life Sentence

Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist seit Jahrhunderten von Projektion und Nutzbarmachung geprägt. In der Ausstellung Life Sentence richtet der Berliner Fotograf Nikita Teryoshin seinen Blick auf Zoos — Orte, deren Entstehungsgeschichte eng mit der kolonialen Vergangenheit Europas verknüpft ist.

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Blitzfotografie eines Tigers, fotografiert von oben in ein Gehege
From the series Life Sentence, 2022 – ongoing © Nikita Teryoshin